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Ausseer Fasching und Taubenschießen in Altaussee nun "Immaterielles Kulturerbe"

In der 13. Eintragungsrunde wurden im September 2016 wiederum sechs kulturelle Besonderheiten Österreichs in das Nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen:

- Spielpraxis des Salzburger Marionettentheaters 
- Ausseer Fasching
- Axamer Wampelerreiten
- Taubenschießen in Altaussee
- Erfahrungswissen im Umgang mit der Lawinengefahr 
- Herstellung und Verwendung der Linzer Goldhaube

Die steirischen Traditionen seien nachfolgend kurz beschrieben.
Weitere Informationen: Externe Verknüpfung http://immaterielleskulturerbe.unesco.at   

Ausseer Fasching

Der Ausseer Fasching findet von Faschingssonntag bis Faschingdienstag statt. Drei Hauptfiguren spielen dabei eine wesentliche Rolle: Trommelweiber, Flinserl und Pless. Trommelweiber als Form des im Fasching häufigen Geschlechtertausches begleiten, angeführt vom Obertrommelweib und der Trommelweiber-Blechmusik, mit ihren rhythmischen Trommelschlägen den Faschingsumzug am Sonntag. Flinserl und Pless erscheinen am Faschingsdienstag. Die Flinserl mit ihren prächtigen Gewändern und der Begleitfigur Zacherl stellen eine spezifische Faschingsformation des Ausseerlandes dar, deren Ursprung historisch bislang nicht geklärt ist, wobei Einflüsse aus dem venezianischen Fasching vermutet werden. Die Pless mit ihren Bienenkörben auf dem Kopf sollen den Winter vertreiben. Auch Maskierte („Maschkera") ziehen in kleinen und größeren Gruppen von Lokal zu Lokal. An allen drei Tagen werden außerdem sogenannte Faschingsbriefe in diversen Gaststätten vorgetragen, wobei Missgeschicke, Ortspolitik und lokale Gegebenheiten aus dem alten Jahr in gereimter und gesungener Form aufs Korn genommen werden, unterstützt von handgezeichneten Bildern. Diese Faschingsbriefe werden von SängerInnen aus verschiedenen Teilgemeinden des Ausseerlandes präsentiert.
Trommelweiber © VKStmk.
Trommelweiber
© VKStmk.
Flinserl © VKStmk.
Flinserl
© VKStmk.
Pless © VKStmk.
Pless
© VKStmk.

Taubenschießen in Altaussee

Das Taubenschießen in Altaussee ist ein Gesellschaftssport mit einem hölzernen Wurfgeschoss in Form einer Taube. Die ältesten Aufzeichnungen über das Taubenschießen in Altaussee stammen aus dem Jahr 1925. Bis 1967 wurde mit mehreren Unterbrechungen geschossen. 1977 reaktivierte der damals neue Pächter des "Schneiderwirts" das Taubenschießen. Seit damals wird jedes Jahr geschossen. Mitglieder des Taubenschützenvereins treffen sich hierzu beim Gasthof "Schneiderwirt", wo der Schießstand installiert ist, der wie ein großes Pendel funktioniert. Als Wurfgeschoss dient eine ca. 2kg schwere, hölzerne Taube mit eisernem Schnabel, die an einer 8m langen Kette aus Stahldrahtgliedern hängt. Hinten an der Taube ist eine Schnur befestigt, die der Schütze möglichst mit ruhiger Hand in einer Linie mit der Kette und der Mitte der Zielscheibe bringen muss. Lässt der Schütze die Schnur los, schwingt die Taube durch die Pendelbewegung in Richtung Zielscheibe und bleibt dort mit der eiserenen Spitze stecken. Der ‚Zieler‘ vermerkt am Rand der Scheibe das Schussergebnis und schwingt die Taube zurück zum ‚Aufigeber‘, der dem nächsten Schützen die Taube reicht.

 

Taubenschießen in Altaussee, 1927. © Taubenschützenverein Altaussee-Schneiderwirt
Taubenschießen in Altaussee, 1927.
© Taubenschützenverein Altaussee-Schneiderwirt
Taubenschießen beim "Schneiderwirt", Altaussee. © Taubenschützenverein Altaussee-Schneiderwirt
Taubenschießen beim "Schneiderwirt", Altaussee.
© Taubenschützenverein Altaussee-Schneiderwirt