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Immaterielles Kulturerbe in Österreich

Aufnahme von zwei weiteren steirischen Traditionen in das Österreichische Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes.

Am 17. März 2016 entschied der Fachbeirat, vier weitere Traditionen in das Österreichische Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufzunehmen - zwei davon stammen aus der Steiermark:   

Laßnitzer Volksschauspiele - Darstellende Künste

Die Laßnitzer Volksschauspiele werden in unregelmäßigen, mehrjährigen Abständen in Steirisch Laßnitz aufgeführt. Wann die Spiele entstanden sind und wer sie verfasst hat, ist nicht bekannt. Schriftliche Aufzeichnungen gibt es seit dem 19. Jahrhundert, davor wurden die Stücke mündlich überliefert. Alle Stücke haben altes Brauchtum und mittelalterliche Glaubensinhalte der christlichen Weihnachts- und Osterliturgie zum Inhalt. Von einer ursprünglichen Vielzahl von Spielen stehen heute nur mehr fünf zur Verfügung. Eine Besonderheit der Laßnitzer Volksschauspiele ist die Bedeutung des Gesangs, die Schauspieler müssen deshalb auch gesangliches Talent und Musikalität mitbringen. Gesprochen und gesungen wird in alter Mundart, Gestik und Mimik sind weitestgehend vorgegeben.

Mehr Informationen: Externe Verknüpfung Laßnitzer Volksschauspiele  

Laßnitzthaler Hirtenspiel 2012 © Raphael Bacher
Laßnitzthaler Hirtenspiel 2012
© Raphael Bacher
Paradeisspiel Teufelsthron 1983 © Raphael Bacher
Paradeisspiel Teufelsthron 1983
© Raphael Bacher
Der Ägyptische Josef 1924 © Raphael Bacher
Der Ägyptische Josef 1924
© Raphael Bacher
Wissen um die Lipizzanerzucht - Wissen im Umgang mit der Natur und dem Universum

Der Lipizzaner ist europaweit die einzige Repräsentationspferderasse, die seit der Renaissance ungebrochen nach traditioneller Art gezüchtet wird. Dahinter steht ein umfangreiches Wissen um Zucht, Haltung und Ausbildung der Pferde, das seit mehr als 400 Jahren von Generation zu Generation im Wesentlichen mündlich weitergegeben wird. Träger dieses Wissens in Österreich sind die MitarbeiterInnen des Bundesgestüts Piber, das seit 1920 Lipizzaner für die Spanische Hofreitschule in Wien züchtet. Alle stammen aus der Region um Piber und haben eine starke Bindung zu den Lipizzanern, was sich mitunter in der Entstehung einer eigenen Sprache zur Beschreibung der Pferde ausdrückt, etwa die „römische Nase" betreffend. In direktem Kontakt mit den Pferden werden‚ die Gstütler‘ jahrelang von erfahrenen Routiniers ausgebildet. Die Basis der Weitergabe des Wissens bilden die Tagesbesprechungen, wo die Zuchtherde gemeinsam kontrolliert und laufend durchdiskutiert werden. Neben dem Gestütsbetrieb ist auch der internationale Austausch mit anderen Lipizzanergestüten essentiell, denn ein geschärfter "Züchterblick" erhält sich nur in der permanenten Auseinandersetzung mit der Gegenwart und der Vergangenheit. 

Mehr Informationen: Externe Verknüpfung Wissen um die Lipizzanerzucht

Bundesgestüt Piber  © Bundesgestüt Piber GöR
Bundesgestüt Piber
© Bundesgestüt Piber GöR
Fohlenbetreuung © Alain Laurioux
Fohlenbetreuung
© Alain Laurioux
Musterung  © Atjan Hop
Musterung
© Atjan Hop